Shaking Hands With Ghosts

Interaktive Stadtrauminszenierung zur Geschichte der AG Weser und der Zukunft der Arbeit auf dem ehemaligen Werftgelände

„Shaking Hands With Ghosts" ist ein interaktiver Audiowalk auf dem Gelände der ehemaligen Werft AG Weser in Bremen Gröpelingen. An diesem Ort arbeiteten einst 8.000 Menschen in einer der größten Werften Europas. Heute steht dort, direkt am Fluss eine Shoppingmall, umgeben von einer freien Fläche epischen Ausmaßes. So gut wie nichts weist mehr auf die Vergangenheit des Ortes hin. Seit der Schließung der Werft sind rund 40 Jahre vergangen und doch bleibt dieses Ereignis ein bis heute unverarbeitetes Trauma der Stadt. Die dramatische Schließung der Werft wurde zum Mythos, befeuert von einer großen Sehnsucht nach Solidarität und sinnhafter, identitätsstiftender Arbeit. Das Publikum wird per Kopfhörer über das eindrucksvolle, leere Gelände geführt. Durch den Einsatz von Sound-Collagen und Projektionen wird die Vergangenheit der Werft heraufbeschworen und sinnlich erlebbar gemacht. Dabei geben sich Geister aus Vergangenheit und Zukunft die Hand - Flüchtig, schattenhaft, gespeist von der Kraft kollektiver Erinnerungen und Sehnsüchte. Das Stück fragt bewusst nicht nur nach dem, was war, sondern auch nach dem, was bleibt und dem, was kommt. Können wir, indem wir uns gemeinsam erinnern etwas mitnehmen in die Zukunft? So bildet den Höhepunkt des Abends der feierliche Akt des Stapellaufs eines symbolischen, gemeinschaftlich vom Publikum erschaffenen Schiffes, das zugleich Vergangenheit und Zukunft, Retrospektive und Utopie verkörpert.

Katrin Bretschneider, selbst Werftarbeiterkind, versammelt für dieses Projekt Künstler*innen aus verschiedenen Zusammenhängen: Sounddesignern Ilona Marti ist spezialisiert auf Arbeiten im öffentlichen Raum (z.B. mit Rimini Protokoll (Remote X)). Schwerpunkt von Verena Ries ist die künstlerische Beschäftigung mit Ritualen und performativer Erinnerungsarbeit. Constantin Jaxy (Schattenprojektionen) ist in Bremen unter anderem durch seine großformatigen Arbeiten im Außenbereich des Hafens bekannt. Grundidee und Ausgangskonzept entstanden gemeinsam mit dem Projektentwickler und Kulturplaner Oliver Behnecke.

Schirmherrin des Projekts ist die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa Kristina Vogt.

Eine Produktion von Katrin Bretschneider in Koproduktion mit Schwankhalle Bremen.
Gefördert durch den Senator für Kultur Bremen und den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm #TakeAction. Mit freundlicher Unterstützung durch die Arbeitnehmerkammer Bremen, die Waterfront Bremen und Kultur Vor Ort e.V., Trägerschaft: Pikto Panoptikum e.V.

Corona-Hinweis: Das Stück findet draußen statt, Abstände können flexibel (auch nach individuellem Bedarf) gewahrt werden, übersichtliche Zuschauerzahl.

Termine:
16./17./18./19. 9. 18.30 Uhr
21./22./23./24..9. 18.15 Uhr

Ort:
Gelände ehemaligen AG Weser, AG Weser Straße 3, heute Waterfront
Haltestelle Use Akschen
Startpunkt: Bereich zwischen Hintereingang Waterfront und Weser, bitte Beschilderung vor Ort folgen

Tickets:
https://schwankhalle.de/shakinghands
Nordwesticket Vorverkaufsstellen
Restkarten an der Abendkasse

 

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